Recht haben und Recht bekommen ist nur in seltenen Fällen dasselbe. Wenn um Recht gestritten wird, dann sind mindesten zwei Parteien beteiligt. Jede von ihnen sieht sich im Recht und möchte Recht bekommen. Aber in den meisten Fällen hat und bekommt nur einer von beiden Recht. Ein Vergleich ist dem nicht gleichzusetzen. Der Vergleich ist meistens ein Zurückstecken der eigenen Vorstellungen, wobei jede Vergleichspartei ihre eigenen Kosten zu zahlen hat.

Mit einer Rechtsschutzversicherung sieht die Situation ganz anders aus. Wenn es sich um einen Vorgang handelt, der von einer privaten Rechtsschutzversicherung erfasst, umgangssprachlich gedeckt ist, dann übernimmt der Versicherer bei einer ausreichend guten Chance darauf, Recht zu bekommen, sämtliche anfallenden Kosten. Die Betonung liegt darauf, dass es sich um einen Rechtsstreit, also um ein Gerichtsverfahren handelt. Eine reine Beratungstätigkeit ist damit nicht gemeint. Sofern die Erstberatung der Beginn eines zukünftigen Rechtsstreits ist, wird sie im Nachhinein in die Rechtsschutzversicherung einbezogen.

Mit einer Rechtsschutzversicherung lässt es sich buchstäblich ruhiger schlafen. Der Versicherte selbst kann ein durchaus friedliebender Mensch sein. Im Alltag können sich jederzeit Situationen ergeben, die er weder verursacht noch verschuldet hat. Der Betroffene muss sich wehren, er muss sein Recht verteidigen können. Ein typisches Alltagsbeispiel ist die kostenpflichtige Abmahnung nebst Unterlassungserklärung für einen angeblichen Fehler auf der privaten Website. Der Anwaltsbrief kommt ins Haus, und der Empfänger muss darauf reagieren. Entweder zahlt er den geforderten dreistelligen Eurobetrag, oder er lässt sich anwaltlich beraten und vertreten. Ohne eine Rechtsschutzversicherung kostet das in etwa dieselbe Summe, mit Rechtsschutzversicherung buchstäblich nichts. Der Rechtsanwalt rechnet sein Honorar direkt mit der Rechtsschutzversicherung ab. Die Abmahnung ist mit der Androhung eines Gerichtsverfahrens versehen, so dass es sich um einen rechtsschutzversicherten Vorgang handelt.

Die private Rechtsschutzversicherung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Sie können bedarfsgerecht ausgesucht werden. Das ist einer der Gründe dafür, dass ein Versicherungsvergleich sowohl hilfreich als auch notwendig ist. Versicherungsbausteine für Schadensersatz-, Vertrags-, Sachen- sowie Verkehrsrechtsschutz sind die Grundlage für eine solide und gute Rechtsschutzversicherung. Ein Rentner kann auf den Baustein Arbeitsrechtsschutz verzichten. Die Versicherungen sind frei in ihrer Entscheidung, wie sie die einzelnen Tarife und Bausteine gestalten. Es gibt Leistungsausschlüsse, Einschränkungen, Schwer- und Schwachpunkte. Nur in einem Tarifvergleich der einzelnen Rechtsschutzversicherungen lässt sich sowohl inhaltlich als auch finanziell feststellen, welche die günstigste von ihnen ist.

Im gegebenen Falle werden alle anfallenden Kosten von der Rechtsschutzversicherung bezahlt. Das sind diejenigen für den eigenen Anwalt, für das Gericht, für eventuelle Gutachter, Zeugen und dergleichen sowie je nach Entscheidung auch die Kosten der Gegenpartei. Der Rechtsschutzversicherte ist in jeder Situation gleichwertig und gleichberechtigt; ganz egal, ob die Zuschrift vom streitsüchtigen Nachbarn oder von einer Rechtsanwaltskanzlei kommt.